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06.09.2016 20:10 Alter: 3 yrs

Heimatverein vergab Preise für gelungene Sanierung


Der Heimatverein hat nach langer Pause wieder einen „Fassadenpreis“ für besonders gelungene Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt vergeben. Bei der Übergabe der Auszeichnungen war Harmonie angesagt.

FORCHHEIM (ug) — „Denkmalschützer sind keine Menschenfresser.“ Stadtrat Günther Hammer, der selbst das „Buchdrucker-Haus“ am Rathausplatz aufwändig saniert hat, brachte es auf den Punkt. Überschwängliches Lob für das Bauordnungsamt? Dank und Anerkennung für die Untere Denkmalbehörde? Keine Klagen über allzu viel Bürokratie und horrende Kosten bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes? Verkehrte Welt beim Heimatverein Forchheim, der erstmals seit 1999 wieder einen „Fassadenpreis“ für besonders gelungene Sanierungen in der Altstadt vergeben hat.

Lob der Bürger für unbürokratische Hilfe überschüttete den Leiter des Bauordnungsamtes, Gerhard Zedler, und Stadtbauamtsleiter Helmut Bock. Bürgermeisterin Maria Wagner, die im Namen der Stadt eine Urkunde mit Keramikplakette entgegennahm, ergänzte, dass jeder Euro in die Denkmalpflege gut investiert sei, nicht zuletzt dank der Stärkung des heimischen Handwerks.

Die Ebermannstädter Kunstpädagogin Ulrike Reuter hatte die Keramikschilder mit Aufschrift zur Anbringung an der Fassade gestaltet. „Durch ihr Engagement wurde unsere Stadt reicher“, lobte Heimatvereinsvorsitzender Dieter George, der zum dritten Mal diese symbolische Auszeichnung vergeben konnte. „Wir sind stolz auf das Erreichte.“

Sein Stellvertreter Christian Wilfling, selbst Bauingenieur und damit vom Fach, saß der zehnköpfigen Jury vor, die seit August die preiswürdigen Fassadengestaltungen in Augenschein genommen und bewertet hat. Beteiligt waren die „Jungen Altstadtfreunde,“ denen der Erhalt der rund 350 identitätsstiftenden Bauwerke und fünf Ensembles am Herzen liegt.

Detailgenauigkeit, Gesamteindruck, Stimmigkeit zur Umgebung und Farbgebung waren einige der Kriterien. „Schließlich ist unsere Altstadt ein Unikat,“ so Christian Wilfling. Ein kommunales Förderprogramm zur Fassadenerneuerung kündigte Helmut Bock an und erntete dafür zustimmendes Kopfnicken der Denkmalbesitzer.

Liste der Preisträger

Ausgezeichnet wurden Eva und Hans-Wilfried Rühl (Krottental 10), Sabine Krügel (Kapellenstraße 5), Thomas Krügel (Kapellenstraße 1), Sabine Garbisch (Wiesentstraße 58), Robert Landgraf (Bamberger Straße 32), Volker Noffke (Bamberger Straße 30), Stadt Forchheim (Ritter-von-Traitteur-Schule), Günther Hammer (Hauptstraße 5), Franz Schürr (Amtsgericht Forchheim), Helmut Haselmann (Hauptstraße 10), Landrat Reinhardt Glauber (Landratsamt Nürnberger Straße 3), Paula und Christian Schaub (Hauptstraße 45), Betz-Stiftung (Hauptstraße 38), Pedro Kiesewetter (St.-Martin-Straße 15), Fritz Hebendanz (Brauereigaststätte Sattlertorstraße 14) sowie Simone Kleinert, Johann Schorr und Matthias Kasamanscheff (Altes Finanzamt Nürnberger Straße 22).

Nordbayerische Nachrichten 22.11.2006