„An Regnitz, Aisch und Wiesent“

Heimatverein präsentiert Heft 4

Martin Luther kondolierte zum Tod Georg Helts
Präsentation Der Heimatverein hat das vierte Heft der Reihe "An Regnitz, Aisch und Wiesent" herausgegeben.

Forchheim "Die Namen Bernhard Pflugritter und Georg Helt haben Sie noch nie gehört?", fragt der Hausner Heimatkundler Engelbert Wagner in seinem Beitrag zum neuen Forchheimer Heimatheft. Selbst seine Mitautoren mussten meist passen, sind doch die zwei Forchheimer fast niemandem mehr geläufig.

Dabei brachten es die beiden Humanisten nach ihren Studien zu hohen Ehren. Pflugritter kehrte als Stiftsdechant von St Martin in seine Heimatstadt zurück. Helt wurde Prinzenerzieher am anhaltinischen Hof. Und so geschätzt als Verfechter der neuen Lehre, dass der Reformator persönlich einen langen Kondolenzbrief schrieb. Falls die Stadt Namen für Straßen braucht, wären die beiden geeignete Kandidaten, fand nicht nur Schriftführer Dieter George. Man darf das neue Heft nach Kuriosem durchforsten. Fündig wird man bei Kreisheimatpfleger Otto Voit.

Er wertete die Physikatsbücher für Forchheim und Ebermannstadt aus, die König Max II. Josef von den Ärzten über die medizinischen Zustände im Land anforderte. Darin heißt es über Kunreuth: "Die Reinlichkeit ist eben auch nicht groß . . . der Dorfanger ist am meisten verschmutzt."

Der Gründer des benachbarten Gaiganz kann ein großer Lackl gewesen sein. Jedenfalls führt George, der Gundhild Winklers Arbeit über genitivische Ortsnamen ausgewertet hat, den Namen auf einen "Gigant" zurück, während Ermreus einen Ermo oder Emme rich als Namensgeber hat.

Das farbig illustrierte Heft ist für 8,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Lp

Fränkischer Tag Forchheim vom 19.12.2008, S. 13


Heimatverein präsentiert Heft 3

Die aktuelle Aufarbeitung heimatkundlicher und heimatgeschichtlicher Fragestellungen hat sich die Zeitschrift „An Regnitz, Aisch und Wiesent“ zum Ziel gesetzt. In verstehbarer Form, jedoch ebenso wissenschaftlichen Anforderungen Genüge leistend, greifen sachkundige und qualifizierte Autoren Themen aus allgemein- und kunsthistorischen, biografischen sowie volks- und naturkundlichen Zusammenhängen auf. Untersuchungsgebiete bilden dabei die Stadt und der gesamte Landkreis Forchheim.

Insgesamt sind bisher fünf Hefte erschienen: drei reguläre mit jeweils „durchwachsenem“ Inhalt und zwei Sonderhefte mit geschlossenen Themenkomplexen („Ludwig das Kind“ sowie „Franken und Forchheim im Mittelalter“). Das dritte reguläre Heft bietet seiner interessierten Leserschaft Beiträge aus sehr unterschiedlichen Bereichen. Im Folgenden sei auf sie ganz kurz eingegangen.

Klaus Rupprecht: Paul Oesterreicher (1767 – 1839). Leben und Werk eines vergessenen Forchheimers
Der in Forchheim geborene und spätere bambergische bzw. bayerische Staatsarchivar kann als Herausgeber bekannter Zeitschriften wie „Denkwürdigkeiten der fränkischen Geschichte“ oder „Neue Beiträge zur Geschichte“, Verfasser des Büchleins „Geschichtliche Darstellung des alten Königshofes Forchheim“ und wesentlicher Mitbegründer des Historischen Vereins Bamberg als einer der bedeutendsten Gelehrten unserer Stadt angesehen werden.

Adolf Riechelmann: Orchideen im Stadtgebiet von Forchheim
Erfassung und botanische Beschreibung der im Untersuchungsraum vorgefundenen Orchideenarten.

Martin Held: Alte Wege westlich von Forchheim 
Die in diesem Beitrag geleistete Pionierarbeit belegt Forchheim als wesentlichen Teil eines in Ost-West-Richtung führenden und die Regnitz überquerenden Altstraßensystems.

Otto Voit: Standbilder des heiligen Johannes Nepomuk in Stadt und Landkreis Forchheim 
Inventarisierung und Beschreibung alter und zeitgenössischer Skulpturen des böhmischen Heiligen (1340/1348 – 1393) im Kreisgebiet.

Dieter George: 50 Jahre Heimatverein Forchheim. Ein dokumentarischer Rückblick auf die Gründungszeit
Presseberichte über die Entstehungsphase des Heimatvereins im Jahr 1955 geben Einblick über die damaligen Ansätze von Heimat- und Tourismuspflege.

Andreas Otto Weber: Besprechungen neuerer regionalkundlicher Literatur
Rezensiert werden eine neue Interpretation des „Bamberger Reiter“ von Hannes Möhring und eine Deutung der Effeltricher Tanzlinde als „Thingbaum“ von Anette Lenzing.

Am Donnerstag, 1. Februar, stellte Dr. Dieter George, als Vorsitzender des Heimatvereins Forchheim Herausgeber der Reihe, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Franz Stumpf, 2. Bürgermeister Franz Streit, Domkapitular Luitgar Göller, Landkreis-Kulturreferent Toni Eckert, Vertretern der kommunalen Archive und der Presse das neue Heft vor.

Das 110 Seiten starke Bändchen ist im Handel für 6,90 € erhältlich.